Archiv für Oktober 2009

Klasse Online-Spiel: „Internet Eyes – Spielend überwachen“

Um an Internet Eyes teilzunehmen, müssen sich die Nutzer zunächst registrieren. Dann können sie die Videobilder von Überwachungskameras auf ihrem Computer anschauen. Entdecken sie etwa Verdächtiges, klicken sie auf einen Knopf. Dann wird ein Foto der Situation erstellt und derjenige, der die Kamera bedient, also ein Ladendetektiv oder ein Mitarbeiter der Leitstelle, wird alarmiert. Er entscheidet, was zu tun ist. Außerdem schickt er dem Spieler eine Nachricht, ob es sich tatsächlich um eine kriminelle Handlung gehandelt hat oder ob es falscher Alarm war.

Hat der Spieler etwas Verdächtiges entdeckt, bekommt er einen Punkt. Handelt es sich um ein tatsächliches Verbrechen, erhält er drei Punkte. Für einen falschen Alarm hingegen gibt es Punktabzug. Die Fahndungserfolge werde auf der Website dokumentiert: Dort soll eine Galerie der Straftäter veröffentlicht werden – mit Fotos, Straftaten und denjenigen, die sie ertappt haben.

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David August – Trumpets Victory

Der Zwang zur Freiheit

Mit dem Einzug des Kapitalismus kam vor 20 Jahren die zweischneidige Freiheit des Marktes in den Osten. Frei von Produktionsmitteln sind die Menschen im Kapitalismus frei zu entscheiden, wo sie ihre Arbeitskraft verkaufen. Diese Zumutung – der Zwang, die eigene Haut zu Markte zu tragen und die Frechheit, das auch noch als Freiheit anzupreisen – hat Karl Marx beschrieben, insofern ist sie ein alter Hut. Trotzdem konnte sich 1989 fast ein ganzes Land dafür begeistern, sich dieser Freiheit an den Hals zu werfen.

Ein Teil einer Erklärung mag sein, daß an die Stelle der offenen Unterdrückung im Frühkapitalismus – als am Morgen Weckmannschaften losziehen mussten, um die Arbeiter an die Maschine zu zwingen – mittlerweile eine dynamische Anreizstruktur getreten ist, die so umfassend funktioniert, daß die überwiegende Mehrheit der Menschen sich gerne über den „Dienst nach Vorschrift“ hinaus engagiert. Arbeit ist heute immer mehr ein Ort spannender Herausforderungen, der für Selbstverwirklichung, Kreativität und Kommunikation steht. Was in selbstverwalteten Projekten und der D.I.Y.-Szene vorgelebt wird, wird heute flächendeckend verwertet – ein Arbeitsklima, in dem die Menschen ihr Selbst und ihre Wünsche flexibel und eigenverantwortlich in den Produktionsprozess einbringen.

Ulrich Bröckling hat untersucht, wie sich Menschen unter diesen Bedingungen mit der Gesellschaft ins Verhältnis setzen und sich selbst entwerfen (sollen). In der Veranstaltung am 8.10.2009 erläutert er die Formen des „unternehmerischen Selbst“ und zeigt, wie Kreativität, Flexibilität und Eigenverantwortung nicht als Freiheit, sondern als Zwang daher kommen.

08.10.2009, 20.30 Uhr, Offene Arbeit Erfurt

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Vorankündigung: I Love Marbach Party Vol.3

Mal was ohne Techno:
I Love Marbach Party Vol.3

Meldungen vom 01.10.09