Archiv für August 2008

Kapitalismus ist nicht Kapitalismus… am 23.9.

Um innerlinke Debatten voran zu treiben, wollen wir in unregelmäßigem Turnus zu Diskussionen einladen. Wir beginnen mit dem Thesenpapier „Kapitalismus ist nicht Kapitalismus – ist nicht Kapitalismus – ist nicht Kapitalismus“ von Kendra Briken, Sonja Buckel, Dietmar Flucke, John Kannankulam und Jens Wissel.
Die Veranstaltung findet am Dienstag, dem 23. September 2008, um 19.30 Uhr im Infoladen Sabotnik im besetzten Haus in Erfurt statt.
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Anmerkungen zum Alkoholverbot

Die Vermehrung von Kapital ist das höchste Ziel in einer kapitalistischen Gesellschaftsordnug. Um sich möglichst viel Kapital anzueignen muss man kreativ, clever und spitzwindig sein, braucht einen möglichst hohen Bildungsabschluss, ein gewisses Grundkapital und sollte, wenn möglich, in einer gehobenen Familie aufgewachsen sein. Mit diesen Vorraussetzugen und einem starken Willen lässt es sich auf dem freien Markt ganz gut überleben. Allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass man dazu bereit ist gegen andere MitspielerInnen anzutreten und diese, im Falle des Sieges, hinter sich liegen zu lassen. So leben wir alle, Tag für Tag.

Doch nicht nur in der Arbeitswelt wird heftig konkurriert. In fast allen anderen Lebensbereichen setzt sich dieses Prinzip durch und macht immer mehr Menschen zu VerliererInnen. So zum Beispiel die bisherigen NutzerInnen der Erfurter Innenstadt, die diese nicht nur zum Einkaufen und teurem konsumieren besuchten: mit der Verschärfung der bereits damals unschicklichen „Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung in der Landeshauptstadt Erfurt“ um ein Alkoholverbot in der Innenstadt.

Denn so wie Unternehmen auf dem freien Markt, ArbeiterInnen in den Betrieben und SchülerInnen in den Schulen gegeneinander antreten, so konkurrieren auch Städte. Es geht um Sauberkeit und Sicherheit, um ein gutes Investitionsklima, Touristen und natürlich um Geld. Denn eine saubere und vom Pöbel befreite Stadt lockt mehr Touristen an, glaubt zumindest der Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Die Stadt setzt alles daran teure Kneipen und Restaurants zu unterstützen und Touristen eine Postkartenkulisse zu liefern, so das diejenigen, die es sich leisten können, auch möglichst viel leisten, in finanzieller Form.

Ähnlich verhält es sich mit dem kulturellen Angebot in der Stadt. Während die Unterstützung für das Schauspielhaus eingestellt wird, stehen teure und wenig innovative Einrichtungen wie der Kaisersaal, das Opernhaus und die DomStufen-Festspiele an erster Stelle.

Der Kapitalsimus hat den Menschen zwar aus seinen traditionellen Bindungen, aus dem Feudalismus und direkten Abhängigkeiten herrausgelöst und ihm die Möglichkeit gegeben sein Leben selbst zu gestalten, doch was nützen die Möglichkeiten, wenn nur noch zwischen viel Geld und viel mehr Geld ausgeben gewählt werden kann? Worin liegt der Vorteil an einer sauberen und Touristenreichen Stadt, wenn das eigentliche Leben und kulturelle vielfalt nicht mehr möglich sind?

Die Frage ist, ob ein grundsätzlich anders Leben, ohne ständig Geld anhäufen zu müssen, möglich ist.

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Nachtrag

In Erfurt regt sich Widerstand gegen das Alkoholverbot in der Innenstadt.

Sommer, Sonne, Sonnenschein

Trotz des allgegenwärtigen Sommerlochs steht der Außerparlamentarischen Linken einiges bevor. Das Antira- und das Klima Camp können bezeltet werden.

Und auch bis zum diesjährigen „Fest der Völker“ ist es nicht mehr lange hin.

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht…